Der Berg und das Leben
Kann
ein Berg Einfluss auf deine Lebens-/Familiengeschichte nehmen?
Ja,
kann er - der Untersberg ist ja nicht irgendein Berg.
Ganz
aktuell habe ich wieder so eine bewegende Geschichte vernommen.
Tatsächlich gibt es viele solcher Berichte und Ereignisse und auch
in dieser Gruppe gibt es einige, die ich persönlich kennen gelernt
habe und die auch immer wieder mitlesen.
Ich selbst bin am Fuße des Untersbergs aufgewachsen. Vom
Küchenfenster ging mein Blick auf diesen Berg, der mich schon als
Kind faszinierte. Nach vielen Jahren hoffe ich reifer und weiser
geworden zu sein. Es gab einige Umzüge/Wohnortwechsel in dieser
Region und heute...
geht mein Blick vom Küchenfenster wieder auf
ihn. Und er hat mein Leben so wunderbar verändert und gestaltet.
Es
sind inzwischen auch einige Bücher von mir über ihn entstanden -
Sachbücher und Wanderführer. Mit jedem einzelnen seiner Kraftorte
und Kultplätze habe ich mich vertraut gemacht, wurde oft auch durch
ihn dorthin geführt, hatte Visionen dazu.
Was passiert, wenn man
alle kennt?
Man beginnt Zusammenhänge zu sehen und zu
verstehen.
Waren es einst, in meiner Kindheit, meine Eltern und
meine Ahnen, die mich begleiteten, führten oder anregten, war es in
meiner Jugend das alleinige Entdecken der Bergwelt, manchmal auch im
Freundeskreis. Und als Erwachsener mit Familie blieb ich auf seinen
Spuren.
Heute erkenne ich in der Umrundung/Umkreisung dieses
heiligen Berges die Bedeutung als Pilgerweg und so ziehe ich den
Kreis – mit der gesamten Familie vom Kind bis zu den Eltern und
Großeltern. Eine wundervolle Erfahrung für die ich sehr dankbar
bin.
Ich durfte dadurch auch die kleinen und großen Anstrengungen
beobachten, die so einen Weg ausmachen und die ich nun weitergeben
kann.
Bald kann diesen Weg jeder gehen und ich begleite dann auch
gern.
Mit großen Schritten naht für mich eine Zeit, da darf ich
diesem Großen Berggeist und seinen Pilgern sehr nahe sein.
Ich
weiß inzwischen einiges über seine Zyklen, über seine heiligen
Tage, die Tabuzeiten für uns Menschen bedeuten. Die Rückbindung in
den Jahreskreis soll für uns Menschen wieder Bedeutung finden, so
wie es einst zum Überleben wichtig war – und ich denke, dass es
auch für uns gerade in diesen Zeiten wieder überlebenswichtig
ist.
Der
Berg
besitzt einen Hundert-Jahre-Zyklus.
Die Mythen und auch Berichte aus unserer Zeit deuten darauf hin.
Dieser Zyklus scheint gerade wieder vor einem Abschluss und Neubeginn
zu stehen.
Die
Erde
besitzt einen 27,5-Millionen-Jahre-Zyklus
– eine unvorstellbare Zahl. Mehrere voneinander unabhängige
Geologen auf der ganzen Welt sind in letzter Zeit nach eingehender
Analyse von geologischen Großereignissen zu diesem Ergebnis
gekommen. Unser Sonnensystem wandert in diesem Zeitraum durch die
galaktische Ebene hindurch und in dieser Verbindung geschieht ein
zyklisches Artensterben. Der Mensch ist vergänglich – die Erde
nicht.
Es wird wohl noch lange dauern, bis wir unseren
Heimatplaneten begreifen und wieder ehren und schützen. Bis dahin
können wir uns aber in unserer Heimat mit seinen größten
Wesenheiten, den Bergen beschäftigen.
Für unsere Vorfahren waren
die Berge heilig. Sie sahen dort die Heimat der Seelen, die in der
Sagenwelt des Untersbergs noch beschrieben wird. Noch heute gibt es
Kulturen, die die Berggeister verehren, beschützen, bewahren –
eben sie heiligen.
Auch am Untersberg sind mir immer wieder
Menschen untergekommen, deren Ehrfurcht so groß war und ist, dass
sie ihn bis heute nicht bestiegen haben.
Er muss auch nicht
erstiegen werden. Das Umrunden wird zu einer Rückverbindung führen.
Gerade Menschen, die seinen Ruf hören, werden durch die elementaren
Erlebnisse an besonderen Pilgerstationen reifen, werden zu sich und
zum Berg(geist) finden, werden den Armen Seelen, die sich am Berg
verlaufen haben, den Weg in seiner Unterwelt/Anderswelt weisen,
werden über erfahrene Wunder berichten.
Der Berg ruft –
vielleicht auch dich!?



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