Vom Schutz und Segen des Kreises, des goldenen Ringes

 "Wir ziehen den Faden herum um das Haus.
Das Glück hinein und das Unglück hinaus."
(3. Strophe des Neujahrsliedes aus dem Schnalstal)

Es bedürfte intensiver interdisziplinärer Forschungen, wie aktuell das Kreis-Ziehen im Bewusstsein der Dorfbevölkerung verankert ist, warum diese Handlung christlich geduldet wurde (...)
Volkskundler Hans Haid, 2006
Foto: Der eindrucksvolle Steinkreis im Marienheilgarten (Großgmain) - Start und Ziel des Perchtweges

Der Perchtweg führt den Pilger im Kreis um den heiligen Berg. 
Auch die Wilde Jagd mit ihrer Percht zieht im Advent aus, um die Armen Seelen am Untersberg aufzusammeln und Schutz und Segen für die Bewohner zu bringen:

 „Glück herein, Unglück heraus, es zieht die Wilde Gjoad ums Haus!“.

Das Kreisziehen ist ein uraltes magisches Ritual, das heute noch in manchen Schweizer Gauen beim sogenannten Betruf zelebriert wird. Seit vielen Jahren habe ich diesen Betruf unserer Region angepasst, die Schreibung der matriarachalischen Herkunft (=Bethen) angepasst und dabei auch den Goldenen Ring integriert. Es mag ein Gebet für den Pilger des Perchtweges sein:

Bethruf an den Untersberg

Heiliger Untersberg,
der du die Percht in dir trägst,
bewahre uns vor Unglück, Krankheit und Not.

Ich ziehe den goldenen Ring
zum Schutz für all die Menschen und Wesen in meiner Mitte.

Ich rufe die Drei Saligen
und erbitte ihren Segen und Schutz für die Kinder von Mutter Erde.

Lobet das Murmeltier, den Hirsch, den Adler und die Gams
- die Tiere der Berge, die uns Kraft geben.
Lobet die Kräuter der Wiesen und Almen.
Lobet das lebendige Wasser deiner Quellen.
Lobet deine mächtigen raunenden Bäume.
Lobet das stille Wirken deiner Steine und Felsen.
Lobet den Kreis der Großen Sieben.

Ich grüße das alte Volk,
das in den Mythen und unseren Herzen weiterlebt.  


Entlang des Perchtweges finden sich verschiedene Kreisformationen aus Steinen (Venusblume bei der Buchegger Rossalm, das Auge Gottes am Rossboden, Keltenrad/Medizinrad im Steinernen Kaser und immer wieder spontan entstandene Steinkreise). 
Die Magie der alten Zeit hat auch heute noch seine Bedeutung und Wirkung.
Die Wiederverzauberung der Welt beginnt am Untersberg.


Foto: Steinkreis am Rossboden (Ettenberg)

Foto: Die Urform des Steinkreises am Rossboden "Das Auge Gottes"

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